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28. März 23 | Bürgermedaille für Marina Demaria


Marina Demaria (zweite von links in der ersten Reihe) mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kita Pinocchio nach der Ehrung im Römer. Foto: privat

Marina Demaria, langjährige Leiterin des deutsch-italienischen Kindergartens Pinocchio im Unterweg, ist mit der Bürgermedaille der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden. Am 28. März erhielt sie die Auszeichnung im Römer - als Würdigung ihres herausragenden Beitrags für das Gemeinwohl.

Marina Demaria stammt aus dem italienischen Piemont, nach Ausbildungen zur Erzieherin und Grundschullehrerin kam sie 1984, im Alter von 29 Jahren, nach Frankfurt. Laudatorin Dewi Suharjanto, Studienleiterin der Katholischen Akademie, zitierte den damals ebenfalls neuen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der in seiner Antrittsrede auch über Heimat sprach - Worte, die gut zu Marina Demarias Engagement passen: „Heimat ist […] nicht nur dort, wo man geboren ist. Heimat ist der Ort, wo man in Verantwortung genommen wird und wo man verantwortlich sein kann."

Schon früh habe sie eines ihrer Lebensthemen gefunden, sagte Suharjanto über die Geehrte: die Pädagogik, genauer die frühkindliche Erziehung, die Förderung des jungen Menschen zu einer eigenen Persönlichkeit. "Ihr Wissensdurst ist freilich ungestillt. Sie arbeitet und sie studiert erneut, dieses Mal an der Universität Turin. Mit 28 hat sie Berufserfahrung in zwei Ländern und überdies ihr zweites Lebensthema Sprache für sich erschlossen: Sie ist Sprach- und Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Germanistik und Spanisch. Die Abschlussarbeit der jungen Italienerin verbindet auf interessante Art ihre systematische Ader mit ihrer Sprachbegabtheit und ihrer pädagogischen Berufung: Sie schreibt über die Entwicklung des Kindertheaters in Deutschland seit der Weimarer Republik."


Den kommunikativen Austausch der Kulturen inspiriert


An ihrem neuen Wohnsitz Frankfurt begann Marina Demaria im Kindergarten der Missione Cattolica Italiana auszuhelfen. Nach zwei Monaten leitete sie die Einrichtung kommissarisch, ab 1987 amtlich. Von da an entwickelte sie ein Konzept der zweisprachigen Kita, das sprachwissenschaftlich fundiert die Integration der italienischen Kinder und deren Familien beförderte und außerdem den kommunikativen Austausch der Kulturen inspirierte. Aus der Laudatio von Prof. Dr. Stefan Gaitanides, die er anlässlich der Verleihung des Integrationspreises der Stadt Frankfurt an den Kindergarten 2003 hielt, entlieh Suharjanto folgende Formulierung: Der bilingual organisierte Kindergartenalltag „gewöhnt Kinder, die nicht das Glück hatten mit mehreren Sprachen aufzuwachsen, an die Normalität der Mehrsprachigkeit, nimmt ihnen die Angst vor dem Nicht-Verstehen fremder Sprachen und weckt die Neugierde zur Erschließung deren Bedeutungen.“


Ein Haus der Kinder aus aller Welt


Die Kindertagesstätte Pinocchio wurde unter der Leitung von Marina Demaria zu einem „Haus der Kinder aus aller Welt“. Um die Bedarfe der Elementarpädagogik und die Integration von Familien mit anderen Muttersprachen in den politischen Raum zu bringen, wurde Demaria 1991 für die Kommunale Ausländervertretung Sprecherin der AG-Kindergarten, Schule, Bildung und Jugend auf Magistratsebene. Von 1996 an war sie als Stadtverordnete für drei Legislaturperioden Mitglied in den Ausschüssen Personal/ Organisation, Jugend und Soziales, Kultur.

"Mit anderen Worten: Pädagogik und Sprache haben im Lebenslauf von Marina Demaria politische Strahlkraft. Als Leiterin einer Einrichtung, in der aus der Überzeugung gearbeitet wird, dass Kinder hundert Sprachen, hundert Hände, hundert Gedanken haben, bringt sie ehrenamtlich die Politik auf die Augenhöhe unserer Zukunft – auf die Augenhöhe der Jüngsten unserer Gesellschaft", sagte die Laudatorin, die den deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel mit den Worten zitierte: "Jeder Mensch schon als Kind soll als ein notwendiges, wesentliches Glied der Menschheit erkannt, anerkannt und gepflegt werden." Mit dieser Maxime habe sich Marina Demaria in hohem Maße für die großen und kleinen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt verdient gemacht.

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