Frankfurter Stadtdekane rufen zum Gebet für die Ukraine auf


Die Stadtdekane Johannes zu Eltz und Achim zu Knecht beten für baldigen Frieden in der Ukraine. Foto: Rolf Oeser

Die Katholische Stadtkirche Frankfurt und die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach rufen gemeinsam dazu auf, in den Gottesdiensten am kommenden Sonntag für die Menschen in der Ukraine zu beten. Dafür haben der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz und der evangelische Stadtdekan Achim Knecht den Pfarreien und Kirchengemeinden ein Gebet von Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, empfohlen, das dieser zuvor auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte und das die Stadtkirchen leicht abgewandelt haben. Viele Pfarreien und Gemeinden organisieren zudem zusätzliche Gottesdienste heute und morgen, in denen für die Menschen und den Frieden in der Ukraine gebetet wird. Termine für ökumenische, katholische und evangelische Friedensgebete gibt es unten (keine Vollständigkeit), außerdem wird in den Sonntagsgottesdiensten für den Frieden gebetet.


Der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz sagte, die Ukraine stehe aktuell mutterseelenallein gegen einen überlegenen Feind, der von drei Seiten angreife. Es gebe militärische und politische Gründe, warum man keine Soldaten zu Hilfe schicken könne, so zu Eltz: „Aber es gibt keinen Grund, die christlichen Geschwister alleine zu lassen, indem man ihnen die Hilfe des Gebets verweigert. Wir rufen dazu auf, für die Menschen zu beten und sich auf diese Weise hinter und neben sie zu stellen.“ Er bat zugleich darum, auch die russischen Feinde der Ukraine im Gebet nicht zu vergessen: „Wir dürfen nicht nur für Freunde beten, sondern für alle Menschen. Gott allein hat die Macht über die Herzen – und so sehe ich unser Gebet angelegt.“

„Wir beten – auch für die Menschen in Russland“

Nach Einschätzung von Stadtdekan Achim Knecht zielt der Angriff der russischen Regierung vor allem darauf, die im Vergleich zum autokratisch regierten Russland freiheitlichere und demokratischere Gesellschaft der Ukraine unter ihre Kontrolle zu bringen. „Unsere Gedanken und Gebete sind darum bei den – meist jungen – Menschen in der Ukraine, dir ihr Leben für die Freiheit ihres Landes einsetzen. Wir sind erschüttert, wie viele Menschen auf beiden Seiten aufgrund der massiven Anwendung von militärischer Gewalt nun ihr Leben oder ihre Heimat verlieren werden.“ Hinzu fügt der evangelische Stadtdekan von Frankfurt und Offenbach: „Wir beten auch für die Menschen in Russland, die gegen den Angriff auf die Ukraine protestieren und nun Repressalien vonseiten ihrer Regierung ausgesetzt sind.“ Doch natürlich solle es nicht beim Beten allein bleiben, sind sich beide Stadtdekane einig: „Wenn es eine Möglichkeit für humanitäre Hilfe gibt, also wenn Helferinnen und Helfer ins Land kommen können, werden wir als Kirchen mit unseren großen Hilfswerken parat stehen, wie wir es immer tun“, versichert zu Eltz. Zudem sei es wichtig, flüchtende Menschen aus der Ukraine, die nach Deutschland kämen, zu unterstützen. Neben dem Beten sei auch das Zusammenrücken in der aktuellen Lage wichtig. Denn viele Menschen in Frankfurt hätten Freundinnen und Freunde, Bekannte, Nachbarinnen und Nachbarn, die aus der Ukraine stammen, um die sie sich derzeit große Sorgen machten.

Material für Gottesdienste und gemeinsames Beten daheim

Auch das Bistum Limburg lädt, gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Kirchengemeinden und christlichen Gruppen ein, sich am kommenden Sonntag am frühen Abend in Friedensgottesdiensten und gemeinsamen Gebeten mit den Opfern des Krieges zu verbinden und Frieden für die Ukraine zu erbitten. Für die Gestaltung der Gebetszeit gibt es Anregungen, die ab dem morgigen am Samstag auf den Internetseiten www.ekd.de, www.dbk.de und www.oekumene-ack.de abgerufen werden können. Die Kirchenglocken sollen zum Gebet einladen. -- Termine für Friedensgebete, Andachten und Kundgebung (kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Freitag, 25. Februar:

  • 18 Uhr, Evangelische Kirche Harheim, Am Wetterhahn 1

  • 18 Uhr, Evangelische Nazarethgemeinde, Eckenheimer Landstraße 332, ökumenische Andacht

  • 19 Uhr, Friedenskirche, Frankenallee 150

  • 19.30 Uhr, Evangelische Französisch-Reformierte Gemeinde, Eschersheimer Landstraße 393

Samstag, 26. Februar:

  • 18 Uhr, evangelische Gethsemanekirche, Eckenheimer Landstraße 90/Ecke Neuhofstraße

Sonntag, 27. Februar:

  • Sonntag, 27. Februar, 19 Uhr: Hochschulgottesdienst mit Friedensgebet, Kirche Sankt Ignatius, Gärtnerweg 60

Montag 28. Februar:

  • 18 Uhr, Evangelische Emmauskirche, Alt-Eschersheim 22

Dienstag, 1. März:

  • 18 Uhr, Dornbuschkirche, Mierendorffstraße 5

  • 21 Uhr: Friedensgebet in der katholischen Kirche St. Bernhard, Koselstraße 11-13

Mittwoch, 2. März:

  • 18 Uhr, Andreaskirche, Kirchhainer Straße 2

Donnerstag, 3. März:

  • 18 Uhr, Nazarethkirche, Eckenheimer Landstraße 332

Kundgebung, u.a. unterstützt von den großen Parteien im Römer und dem Rat der Religionen:

  • Samstag, 26. Februar, 13 Uhr: Goetheplatz/Rathenauplatz


Gebet

Ewiger Gott, vor Dich bringen wir an diesem Tag unsere Fassungslosigkeit, unsere Trauer und unseren Zorn. Die diplomatischen Bemühungen, auf die wir so gehofft hatten, haben nicht zum Ziel geführt. Die Sprache der brutalen Gewalt gibt jetzt den Ton an. Der Machthunger hat die Oberhand behalten gegenüber der Vernunft. Lüge und Propaganda verdrängen die Wahrheit. Sei Du jetzt bei den Menschen in der Ukraine, die durch die Gewalt der Waffen in Not und Gefahr sind. Sei bei denen, die Angst haben und verzweifeln, die verwundet sind an Leib und Seele. Lass sie spüren, dass überall auf der Welt Menschen für sie beten. Besonders schließen wir die in unser Gebet ein, die in diesem Krieg sterben. Sende Du Deinen Geist in die Herzen derer, die verantwortlich sind für aggressive Gewalt. Lass sie erkennen, dass durch die Gewalt alle verlieren. Öffne ihre Herzen, dass sie sich anrühren lassen von dem Leid, das ihre Gewalt verursacht. Sei bei denen, die jetzt politische Verantwortung tragen und die richtigen Entscheidungen zu treffen haben. Öffne Wege, der militärischen Gewalt die Verurteilung des Unrechts, wirksame Gegenmaßnahmen und eine Deeskalation der Gewalt entgegenzustellen. Öffne Wege zum Frieden. In uns allen stärke das, was die Basis unseres Lebens ist: Stärke unseren Glauben. Stärke unsere Hoffnung. Stärke unsere Liebe. Auf dich vertrauen wir – auch jetzt. Amen. (Gebet gefunden bei Heinrich Bedford-Strohm, leicht abgewandelt von den Frankfurter Stadtkirchen)