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28. Nov 23 I Der scheidende Stadtsynodalrat zieht Bilanz



Viel diskutiert und dabei immer fair geblieben: Das waren die Rückmeldungen zur Gesprächsatmosphäre im Stadtsynodalrat der vergangenen vier Jahre. Grafik: Gerd Altmann auf Pixabay

Blickt man am Ende zurück auf den Anfang, kann man sich manchmal ein Schmunzeln nicht verkneifen. So ging es auch den ein oder anderen gewählten Mitgliedern des Stadtsynodalrats (SSR). Der SSR wird zwar Mitte Februar noch einmal eine Abschlusssitzung haben, zog aber jetzt schon einmal Bilanz seiner vierjährigen Amtszeit. Dafür hatte Bezirksreferent Michael Thurn eine Liste von Indikatoren mitgebracht, die die Mitglieder im September 2020 für die Wirksamkeit ihrer Amtszeit formuliert hatten – und lud ein zum „Reality-Check“.

„Am Anfang haben wir uns einiges vorgenommen, jetzt möchten wir einen Strich drunter machen und schauen, ob wir das, was wir uns vorgenommen haben, in die Realität umsetzen konnten“, sagte Marianne Brandt, stellvertretende SSR-Vorsitzende. Sinn davon sei vor allem, „dem Gremium, das nach uns kommt, Empfehlungen mit auf den Weg geben zu können“.


"Charmant und wirksam"


Auf der Liste dessen, was wünschenswerterweise am Ende der vier Jahre erreicht worden sein soll, heißt es zum Beispiel: „Der SSR wird als charmant und wirksam erlebt“. In der Tat äußerten sich viele Mitglieder positiv über die Entwicklungen während der Amtsperiode. „Es gibt jetzt weniger Berichte als am Anfang, stattdessen wird eher thematisch gearbeitet“, lobte jemand. Insgesamt sei die Stimmung angenehm und konstruktiv gewesen, es habe immer ein Bemühen um Verständnis und Einigung gegeben, auch wenn man sich mal „aneinander gerieben“ habe. „Leider wurden durch den Transformationsprozess des Bistums viel zu viele kircheninterne Themen besprochen, die Zeit hätten wir besser anders genutzt“, lautete eine Kritik. Dem hielt Marianne Brandt entgegen: „Die Rückmeldungen aus Frankfurt haben viel Einfluss genommen auf die Entwicklung des Transformationsprozesses.“

Viele der Mitglieder nannten die Ad-hoc-Gruppen, die zu einzelnen Themen gebildet wurden, hilfreich und effektiv. Solche Gruppen gab es unter anderem zum Startwohnprojekt Casa San Antonio, zum Ökumenischen Jahrbuch, das auf Wunsch des Stadtsynodalrats mittlerweile vom Papierband zur Webseite www.christliches-frankfurt.de. geworden ist, und zum Konzeptpapier „Gemeinsam am Tisch des Herrn“, mit dem eine gegenseitige Einladung zur katholischen Eucharistie und zum evangelischen Abendmahl ausgesprochen wird.


Eine neue Welt kennengelernt


Interessante Referent:innen, gute Gespräche, Zeit für Fragen: „Ich habe eine neue Welt kennengelernt“, lautete eine Rückmeldung. Gesellschaftsthemen hätten stets ihren Platz im Stadtsynodalrat gefunden, so die Bilanz der Mitglieder: Bewahrung der Schöpfung, Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf einer Gewerkschaftsdemo - „Im Stadtsynodalrat wird moderne Kirche sichtbar, doch nach außen fehlt es leider oft noch“, sagte ein Mitglied.

Was man dem neuen SSR mit auf den Weg geben wolle? „Ich möchte den nachfolgenden Kolleginnen und Kollegen empfehlen, ihre Erfolge zu feiern“, sagte ein Mitglied. Und ein anderes schlug vor, mehr Ortstermine einzuplanen, um sich über das zu informieren, was auf Stadtebene passiert.

Allgemein als sehr gut empfunden wurde die Vorbereitung der Sitzungen. Gelobt wurde der Vorstand für seine hohe Konstanz und Arbeitsdichte: „Das war ein Vorstand, der vier Jahre lang intensiv gearbeitet hat, der das Interesse hatte, gemeinsames ein gutes Gesicht von Kirche abzugeben.“

Luft nach oben bleibt natürlich. So hatten sich die Mitglieder am Anfang vorgenommen, die Sitzungszeit von drei Stunden zu verkürzen, das ist nicht gelungen. Außerdem gab es Kritik, in den muttersprachlichen Gemeinden sei die Arbeit des Gremiums zu wenig sichtbar und wirksam.

Der Stadtsynodalrat ist das Entscheidungsgremium der katholischen Kirche in Frankfurt. Es setzt sich bisher zusammen aus Vertreter:innen der Pfarreien sowie Mitgliedern, die von Priestern und Diakonen, Gemeinde- und Pastoralreferent:innen sowie von den Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache gewählt werden. Künftig wird er durch den Transformationsprozess, bei dem das Bistum Limburg unter anderem in fünf Regionen aufgeteilt wird, noch mehr Mitspracherecht in der Stadtkirche Frankfurt erhalten. Der neue Stadtsynodalrat wird sich Ende Februar 2024 konstituieren.

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